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05.11.2008

Regel-Tipp 13 - Choaching im Match... (Turnier und im Mannschaftsspiel)





Bei einem Turnier beobachten Sie als Oberschiedsrichter, dass ein Spieler zu seinem Trainer etwas sagt. Der Trainer antwortet weder verbal noch mit Gesten.

Was sollten Sie als Oberschiedsrichter unternehmen?


  • a) Sie weisen den Spieler darauf hin, dass er nicht mit seinem Trainer sprechen darf.
  • b) Sie sprechen einen Kodexverstoß wegen Coachens aus.
  • c) Sie sprechen einen Kodexverstoß wegen unsportlichen Verhaltens aus.
  • d) Sie unternehmen nichts, solange der Trainer nicht antwortet.


Die Coaching-Regel spricht von einer Kommunikation (verbal und nonverbal) zwischen Spieler und Trainer. In diesem Fall gibt es aber keine Kommunikation, da nur der Spieler spricht.


Antwort d) ist richtig

Sollte jedoch der Coach allein sprechen, muss ein Kodexverstoß wegen Coachens ausgesprochen werden.

Bei einem Mannnschaftsspiel ist das Coachen von Spielern grundsätzlich erlaut. Dies darf aber nur beim Seitenwechsel geschehen. Wird zwischen den Punkten ein Ratschlag erteilt, so darf bzw. sollte auch hier ein Kodexverstoß ausgesprochen werden.


04.09.2008

Regel-Tipp 12 - Ein Ball wird fälschlicher Weise "Aus" gegeben...





Sie sind Oberschiedsrichter und werden bei einem Mannschaftsspiel auf den Platz gerufen. Folgende Situation hat sich ereignet:


Spieler A gibt einen Ball "Aus", unmittelbar nachdem er ihn zurückgeschlagen hat. Er hat den Ball also gut erreicht und war noch im Ballwechsel.
Spieler B spielt den Ball nicht mehr zurück.
Spieler A geht (freiwillig) zum Abdruck und sagt: "Sorry, der Ball hat die Linie doch noch etwas berührt. Ich gebe 2 neue Bälle".
Spieler B sagt: "Nein, den Punkt bekomme ich".
Spieler A: "Nein, den Punkt bekommst Du nur bei einem Winnerschlag, aber in diesem Fall waren wir mitten im Ballwechsel, daher gibt es nur 2 neue Bälle, also Punktwiederholung.


Wer hat Recht? Spieler B

Begründung:
Nach den Empfehlungen für das Spiel ohne Schiedsrichter (ITF-Regelung) gelten für Aschenplätze ergänzende Bestimmungen. Diese besagen unter anderem:
"Ruft ein Spieler fälschlicherweise einen Ball "aus" und stellt dann fest, dass der Ball gut war, verliert er den Punkt.



08.07.2008

Regel-Tipp 11 - Der Oberschiedsrichter / Rechte und Pflichten





Um zu verhindern, dass bei einem Heimspiel der Mannschaftsführer der Gastmannschaft die Rechte und Pflichten des Oberschiedsrichters übernimmt, trägt die Heimmannschaft auf dem Spielberichtsbogen eine x-beliebige Person ein, die sich gerade auf der Anlage befindet (z.B. den Wirt des Clubhauses).

Dieser Fall ist nicht ungewöhnlich. Es ist mittlerweile Gang und Gäbe, dass Personen mit dieser Aufgabe betraut werden, der sie nicht gerecht werden können. Wenn das Spiel ohne weitere Probleme abläuft, kann man von Glück reden. Stellen Sie sich einmal folgenden Fall vor:




Der eingesetzte "Oberschiedsrichter" (in unserem Fall der Wirt) wird gerufen, weil sich die beiden Spieler über den Spielstand nicht einigen können. Nun soll der "Oberschiedsrichter" entscheiden.

Vermutlich wird er mit der Aufgabe völlig überfordert sein, da er die Regeln nicht kennt. Was nun?


Tragen Sie auf dem Spielbericht nur die Person als Oberschiedsrichter ein, von der Sie sicher wissen, dass sie die Regeln auch kennt und im Bedarfsfall richtig entscheiden kann (siehe nachstehend aufgeführte Rechte und Pflichten des Obrschiedsrichters.

Im Zweifelsfall ist es besser, dem Mannschaftsführer der Gastmannschaft diese Aufgabe zu übertragen (der Mannschaftsführer der Heimmanschafft kann das Amt des Oberschiedsrichters auf keinen Fall übernehmen. Es sei denn, er beteiligt sich nicht am Verbandsspiel - weder als Spieler noch als Betreuer)



Einsatz eines Oberschiedsrichters in einem Verbandsspiel:


Rechte und Pflichten:


  • er muss während der gesamten Dauer des Mannschaftsspiels anwesend sein

  • er darf an keinem Wettkampf teilnehmen und sich auch nicht als Betreuer oder Schiedsrichter betätigen.

  • er ist den Spielern vor Beginn des Mannschaftsspiels namentlich vorzustellen.

  • er ist für die ordnungsgemäße Abwicklung des Mannschaftsspiels verantwortlich.

  • er ist verantwortlich für die Prüfung der Anwesenheit der eingetragenen Spieler und die Nennung der konkreten Spielpaarungen gegenüber den Mannschaftsführern

  • er muss die Einzel- und Doppelaufstellungen vor Offenlegung prüfen und bei falscher Aufstellung ggf. korrigieren

  • er ist für den Aufruf der Spieler verantwortlich und kann abwesende oder innerhalb von 15 Minuten nach Aufruf nicht spielbereite Spieler streichen

  • er entscheidet über die Bespielbarkeit eines Platzes (und nach § 16 WSpO über die Verlegung des Mannschaftsspiels in die Halle).

  • er entscheidet über die Unterbrechung von Spielen wegen der Lichtverhältnisse, der Witterung oder des Zustands des Platzes.

  • er entscheidet über die Zuteilung der Plätze

  • er kann Schiedsrichter einsetzen oder abberufen

  • er kann den Wechsel eines oder mehrerer Bälle anordnen

  • er entscheidet über den Ausschluss eines Spielers, Mannschaftsführers oder Betreuers, der sich eines groben Verstoßes gegen § 36 WSpO oder den sportlichen Anstand schuldig gemacht oder durch Worte oder Handlungen seiner Missbilligung über Entscheidungen wiederholt oder in verletzender Weise Ausdruck gegeben hat

  • er entscheidet über alle Streitigkeiten, die nicht der endgültigen Entscheidung des Schiedsrichters unterliegen

Dem Oberschiedsrichter steht während des Spiels auf dem Platz auch gegenüber den Zuschauern, Anhängern und Betreuern ein Weisungsrecht zu. Er ist verpflichtet, hiervon Gebrauch zu machen, wenn die ordnungsgemäße und ungestörte Austragung des Spiels gefährdet ist.

Wird die Weisung nicht befolgt und ist eine geordnete Abwicklung des Mannschaftsspieles nicht gewährleistet, so ist der Oberschiedsrichter berechtigt, das Mannschaftsspiel abzubrechen.

Der Spielleiter hat über die Wertung bzw. Neuansetzung nach der Verantwortlichkeit für den Spielabbruch zu entscheiden.


Die Entscheidungen des Oberschiedsrichters sind für die Beteiligten vorläufig bindend. Eine Überprüfung durch die Rechtsmittelinstanzen bleibt vorbehalten.



Bei Unterbrechung eines Mannschaftsspiels und Fortsetzung an einem anderen Tag kann der gastgebende Verein oder der Spielleiter einen anderen Oberschiedsrichter einsetzen.



Spiel ohne "offiziellen" Oberschiedsrichter

Der Mannschaftsführer des Gastvereins übernimmt für die Dauer des gesamten Mannschaftsspiels die Rechte und Pflichten des Oberschiedsrichters, wenn:





  • bei Spielbeginn kein neutraler Oberschiedsrichter benannt und anwesend ist

  • der Oberschiedsrichter vor Beendigung des Mannschaftsspiels die Anlage verläßt

  • der Oberschiedsrichter sein Amt aus sonstigen Gründen niederlegt

Dieser ist der Verpflichtung, nicht am Mannschaftsspiel teilzunehmen, enthoben und ist sofort als Oberschiedsrichter auf dem Spielbericht einzutragen.



07.07.2008

Regel-Tipp 10 - Falsche Einzelaufstellung in einem Verbandsspiel





Bei einem Mannschaftsspiel waren zwei Spieler an der falschen Position eingetragen. Da der Oberschiedsrichter entgegen seiner Pflicht die Mannschaftsaufstellung vor der Offenlegung nicht geprüft hat, erfolgte auch keine Korrektur der Aufstellung.





Meldeliste:Aufstellung:
ML-118301234 Ahrend, AntonML-118301234 Ahrend, Anton
ML-218851567 Brahms, BerndML-218851567 Brahms, Bernd
ML-319002890 Caspar, ClausML-319002890 Caspar, Claus
ML-419002890 Decker, DominikML-419002890 Decker, Dominik
ML-519102066 Fechner, FredericML-817402384 Ingbert, Igor
ML-619052897 Gassner, GerdML-717801521 Hipp, Hugo
ML-717801521 Hipp, Hugo
ML-817402384 Ingbert, Igor
ML-917101727 Kiefer, Klaus



  • Entscheidung des Spielleiters
    Die beiden Spiele der in diesem Verbandsspiel falsch aufgestellten Spieler
    werden (gem. § 28.1) werden mit 0:6 und 0:6 gewertet.

  • Begründung:
    Gemäß WSpO BTV, § 22 sind die Spieler gemäß der Meldeliste aufzustellen.
    Die Leistungsklassen der Spieler werden nur bei der Erstellung der Meldeliste herangezogen. Hierbei kann man Spieler mit der gleichen Spielstärke nach eigenem Ermessen einordnen. Ist die Einordnung vorgenommen und die Meldeliste erstellt, so ist diese bindend. Eine Abweichung von der Meldeliste ist somit nicht zulässig.

10.06.2008

Regel-Tipp 09 - Im Doppel schlägt ein Spieler außer der Reihe auf...





Im Doppel A/B gegen C/D schlägt Spieler B außer der Reihe auf.
Beim Stand von 40:15 und 1. Aufschlag - Fehler wird bemerkt,
dass eigentlich Spieler A hätte aufschlagen müssen.




Wie lautet die Entscheidung des Oberschiedsrichters?


  • Antwort A)
    Das Spiel wird so (vertauscht) weitergespielt

  • Antwort B)
    Das Spiel wird erneut begonnen. Aufschlag Spieler A

  • Antwort C)
    Spielstand 15:40, Spieler A schläft auf,
    zweiter Aufschlag.

  • Antwort D)
    Spielstand 40:15, Spieler A schlägt auf
    zweiter Aufschlag

  • Antwort E)
    Spielstand 40:15, Spieler A schlägt auf,
    erster Aufschlag

  • Richtig: Antwort D

10.06.2008

Regel-Tipp 08 - Im Doppel stehen die Rückschläger falsch...





Im Doppel steht es 30:15. Dann wird bemerkt, dass die Rückschläger
beim letzten gespielten Punkt falsch standen. Spieler C hat irrtümlich
den dritten Punkt returniert, obwohl er schon den zweiten Punkt zurückgeschlagen hatte.






Sie werden als Oberschiedsrichter zu diesem Doppel gerufen.
Wie ist Ihre Entscheidung?



  • Antwort A)
    Die Rückschläger müssen sich sofort wieder korrekt aufstellen

  • Antwort B)
    Die Rückschläger müssen für den Rest des Returnspiels so bleiben.

  • Antwort C)
    Die Rückschläger müssen für den Rest des Satzes so bleiben.

  • Antwort D)
    Die Rückschläger müssen für den Rest des Matches so bleiben.

  • Richtig: Antwort B

10.06.2008

Regel-Tipp 07 - Beim Doppel schlägt der falsche Spieler auf...





Beim Doppel Petzschner/Waske gegen Henman/Rusedski schlägt im Tie-Break Petzschner
bei 2:1 auf und serviert ein Ass. Danach wird bemerkt, dass eigentlich die Gegner hätten servieren müssen.





Wie würden Sei als Oberschiedsrichter entscheiden?


  • Antwort A)
    Spielstand 2:1. Der Punkt muss wiederholt werden, die Gegner servieren.

  • Antwort B)
    Spielstand 3:1. Petzschner serviert noch mal, danach die Gegner zwei Mal.

  • Antwort C)
    Spielstand 3:1. Die Gegner servieren den nächsten Punkt.

  • Richtig: Antwort C

31.05.2008

Regel-Tipp 06 - Gibt es Pausen beim Match-Tiebreak? Und wann ist Seitenwechsel?





Der Match-Tiebreak wirft einige Fragen auf, die nachfolgend beantwortet werden sollen

Wie es in den Tennisregeln der ITF geschrieben steht, darf während des Tie-Breaks und auch des Match-Tiebreaks das Spiel nicht unterbrochen werden.


Die Spieler wechseln die Seiten ohne Pause nach jeweils 6 gespielten Punkten. Allerdings ist vor Beginn des Match-Tiebreaks (also nach Beendigung des 2. Satzes) eine ganz normale Satzpause von 2. Minuten gestattet.


16.05.2008

Regel-Tipp 05 - Ein ganz normaler Spieltag?





Die Gastmannschaft kommt 15 Minuten zu spät
und tritt nur mit 5 Spielern an.





Vor Übergabe der Mannschaftsaufstellung zur späteren Offenlegung der Einzel entschuldigt sich der Spielführer der Gastmannschaft für die Verspätung und stellt die Frage, ob man an Spielposition 6 trotzdem einen Spielernamen eintragen könnte, damit kein Ordnungsgeld fällig wird.

Wie sollten Sie sich verhalten?
Trotz der 15-minütigen Verspätung ist das Spiel durchzuführen!

  • Die WSpO § 24 Abs. 2 sagt:
    Tritt eine Mannschaft bis zu 30 Minuten nach der festgelegten Anfangszeit an, so ist das Spiel mit einem entsprechenden Vermerk im Spielbericht trotzdem durchzuführen.

Der Vorschlag, einen nicht anwesenden Spieler in den Spielberichtsbogen einzutragen, um das Ordnungsgeld zu sparen, ist nicht etwa eine Gefälligkeit unter Sportkameraden, sondern stellt einen Regelverstoß dar, der gemäß WSpO § 28 Abs. 5 geahndet wird:


  • Wird ein Spieler unter falschem Namen oder ein ohne Berechtigung gemäß § 26 Ziff. 2 WSpO nicht anwesender Spieler eingetragen, so wird die Mannschaft dieses Spielers aus der laufenden Runde gestrichen, es sei denn, dies hat keinerlei Auswirkung auf die übrige Mannschaftsaufstellung und das Ergebnis des Mannschaftsspiels. Wird die Mannschaft gestrichen so werden alle ihre Mannschaftsspiele, auch eventuell bereits ausgetragene, gemäß § 13 Ziff. 2b WSpO als verloren gewertet.

Aber auch die Mannschaft, die vollständig angetreten ist und sich auf diesen "Deal" einläßt, riskiert eine Bestrafung:


  • Wird ein Einzel- oder Doppelspiel überhaupt nicht durchgeführt und ein manipuliertes Ergebnis im Spielbericht eingetragen, so wird das Mannschaftsspiel für beide Mannschaften gemäß § 13 Ziff. 2b WSpO als verloren gewertet.


Neben den Wertungen werden noch Ordnungsgelder fällig:


  • Verspätetes Antreten bis zu 30 Minuten: 50,00 €

  • Nicht vollzähliges Antreten auf Verbandsebene
    25,00 € pro Einzel
    25,00 € pro Doppel

Im Vergleich dazu ist das Ordnungsgeld, das ein Verein bei Manipulation zu zahlen hat um ein vielfaches höher:


  • Nichtdurchführung eines Einzel- oder Doppelspiels und Eintragung eines manipulierten Ergebnisses im Spielbericht
    100,00 bis 700,00 € je Verein

18.04.2008

Regel-Tipp 04 - Was tun wenn die Saite reißt?





Beim Ausspielen eines Punktes reißen einem Spieler
die Saiten seines Schlägers. Darf er mit diesem Schläger
das Match zu Ende spielen?




Die Tennisregeln der ITF geben vor, dass man auch mit gerissener Saite spielen darf.

Dies bezieht sich sowohl auf das Beenden eines Punktes (z.B. wenn beim Return die Saite reißt), als auch auf das Beginnen eines neuen Punktes mit gerissener Saite (z.B. Aufschlagen oder Returnieren mit einem Schläger, bei dem die Saite gerissen ist).


  • In dieser allgemeinen Form gilt diese Tennisregel bei allen Turnieren und Wettspielen (Jugend, Erwachsene, Senioren).


Der Hintergrund für diese Regel ist, dass man z.B. jugendliche Spieler, die nur einen Tennisschläger besitzen, nicht benachteiligen will.

Sie können ihr Spiel beenden, wenn auch mit dem Handicap der gerissenen Saite.

Im Profibereich, also bei Turnieren der ATP, WTA, ITF wurden allerdings Anpassungen in der Form gemacht, dass ein neuer Punkt NICHT mit einer gerissenen Saite begonnen werden darf.


Diese Einschränkung der allgemeinen ITF-Tennisregeln wird im Fallbeispiel 4 der "ITF-Regel 4: Schläger" von 2008 behandelt:


  • "Während eines Punktes reißen am Schläger eines Spielers die Saiten. Darf der Spieler das Spiel fortsetzen und mit diesem Schläger einen weiteren Punkt spielen?

    Entscheidung: JA

    Eine Ausnahme ist nur erlaubt, wenn der Turnierveranstalter dies in seinen Turnierbestimmungen ausdrücklick untersagt".

19.03.2008

Regel-Tipp 03 - Es regnet... / Was nun?





Während eines Wettspiels beginnt es zu regnen!
Wie verhält sich ein Oberschiedsrichter richtig?






Zunächst sind zwei Fragen zu klären:

  • 1.) Wann muss ein Spiel unterbrochen werden?

    Die Beantwortung dieser Frage sollte eigentlich ganz leicht sein, denn ein Spiel sollte nur dann unterbrochen werden, wenn der Platz nicht mehr bespielbar ist.

    Dies ist eine Entscheidung, die oft der Schiedsrichter - wenn vorhanden - am besten treffen kann. Die endgültige Entscheidung obliegt aber dem Oberschiedsrichter, der deshalb auch am Platz sein sollte.

    Da es auf die Bespielbarkeit des einzelnen Platzes ankommt, kann es auch sein, dass auf einem Platz bereits unterbrochen wurde, während auf den anderen Plätzen noch weitergespielt werden kann.

    Generell gilt: Unterbrechen immer beim Satzwechsel oder nach einer geraden Anzahl von Spielen! (soweit möglich)

    Sollte der Regen länger dauern oder die Plätze gar unter Wasser stehen, muss der Oberschiedsrichter bevor er das Spiel abbricht und verlegt, alle Möglichkeiten zur Spielfortsetzung prüfen, auch wenn dies erst zu einem späteren Zeitpunkt des Tages möglich sein sollte (z.B. angefangene Spiele zu beenden oder gar die komplette Einzelrunde abzuwickeln.)

    Wenn das unterbrochene Spiel auf einen anderen Tag verschoben wird, muss der zuständige Spielleiter unbedingt in die Terminierung eingebunden werden.

    In Verbandsligen und höher müssen die Spiele bei Regen in der Halle fortgesetzt werden und hier erhebt sich die Frage:



  • 2.) Wann sollten die Matches (auf Verbandsebene) in die Halle verlegt werden?

    Diese ist immer eine sehr situative Entscheidung.
    Prinzipiell gilt, dass diese Entscheidung letztendlich der Oberschiedsrichter trifft. Er sollte sie aber nciht gegen den Willen beider Mannschaftsführer durchsetzen.
    Wichtig ist, dass beide Mannschaftsführer gemeinsam und frühzeitig über die Pläne des Oberschiedsrichters informiert werden:

    Beispiel:

    "Wenn es bis ...Uhr nicht aufhört zu regnen, dann..."

    oder

    "Wir treffen uns um... Uhr wieder...

    Treffen Sie Ihre Absprachen oder Entscheidungen niemals mit nur einem Mannschaftsführer, sondern beziehen Sie ind das Gespräch immer beide Mannschaftsführer mit ein.

19.03.2008

Regel-Tipp 02 - Behindernung? - Ja oder nein





Während einem längeren Ballwechsel springt der Ball bei Spieler A,
der Matchball hat, ziemlich knapp um die Grundlinie herum auf.




  • Spieler A schlägt den Ball zurück, sagt aber dann leise zu sich "yes",
    weil er der Meinung ist, der Ball sei ausgewesen.

  • Der Stuhlschiedsrichter sieht diesen Ball jedoch nicht im Aus
    (ruft also nicht AUS!) und läßt weiter spielen.

  • Spieler A und Spieler B spielen den Pun kt zu Ende.

  • Den ausgespielten Punkt und das Match gewinnt Spieler A.

  • Spieler B legt Beschwerde ein und reklamiert
    auf Behinderung durch das Verhalten von Spieler A
    und möchte den letzten Punkt wiederholen.



Wie würden Sie entscheiden?

Der Punkt bleibt so wie gespielt.



Begründung:

Spieler B hat durch sein Weiterspielen
seinen Beschwerdegrund verwirkt.

  • Die Sachlage wird schwieriger, wenn Spieler B
    den Ballwechsel nach dem Verhalten von Spieler A
    sofort unterbricht. Aufgrund dieser Situation kann
    auf "Behinderung" entschieden werden.

  • Die Entscheidung, ob eine Behinderung vorliegt,
    obliegt dem Schiedsrichter. Er muss bei einer
    von ihm erkannten Behinderung das Spiel von sich
    aus sofort unterbrechen.

14.03.2008

Regel-Tipp 01 - Zusammenspiel Schiedsrichter / Oberschiedsrichter





Sie sind Oberschiedsrichter bei einem Hallenturnier
und werden zu einem Match gerufen, das von einem Stuhlschiedsrichter
geleitet wird. Linienrichter sind nicht vorhanden. Um sich über den Sachverhalt
zu informieren, fragen Sie zunächst wen?


  • Antwort a)
    den Siedsrichter?

  • Antwort b)
    die Zuschauer, die das Spiel sehr interessiert verfolgt haben?

  • Antwort c)
    die Spieler?

  • Die richtige Antwort lautet: A




08.06.2009

Der Tie-Break bis 7 (ITF-Tegel 5 b)


Während eines Tie-Break-Spiels werden die Punkte „Null“, „1“, „2“, „3“ usw. gezählt.

Der Spieler/das Doppelpaar, der/das zuerst sieben Punkte gewinnt, gewinnt das „Spiel“ und den „Satz“, vorausgesetzt, er/es führt mit einem Vorsprung von zwei Punkten über den /die Gegner. Falls nötig, wird das Tie-Break-Spiel so lange fortgesetzt, bis dieser Vorsprung erreicht ist.

Der Spieler, der an der Reihe ist aufzuschlagen, schlägt für den ersten Punkt des Tie-Break-Spiels auf. Für die nächsten zwei Punkte schlägt/schlagen der/die Gegner auf (im Doppel, der Spieler des gegnerischen Doppelpaars, der als nächster Aufschlag hat). Danach schlägt jeder Spieler/jedes Doppelpaar abwechselnd für zwei Punkte auf bis zum Ende des Tie-Break-Spiels (im Doppel wird der Aufschlagwechsel innerhalb des Doppelpaars in der gleichen Reihefolge fortgesetzt wie während des Satzes).

Der Spieler/das Doppelpaar, der/das im Tie-Break-Spiel als erster/erstes an der Reihe ist, aufzuschlagen, ist im ersten Spiel des nächsten Satzes Rückschläger.